Die Geschichte des Jülicher Wochenmarktes, 
eine Jahrhunderte lange Tradition!

Schon zur Römerzeit hat es Markthandel in Jülich gegeben, lag Jülich doch an der stark genutzten Straße von Köln bis Bologne-Sur-Mer. Allerdings handelte es sich dabei meist um Jahrmärkte, d.h. es wurde zu verschiedenen Terminen im Laufe des Jahres Erzeugnisse verkauft, die nicht in der Stadt hergestellt worden waren. Im Mittelalter lag der sogenannte „Altermarkt“ im Bereich der heutigen Kreuzung Düsseldorfer Str. Raderstraße und Kapuzinerstraße verkehrsgünstig gelegen am Kreuzungspunkt fast aller Torstraßen. Die Straße war hier allerdings nur etwas breiter, es handelte sich dabei nicht um einen großen Platz. Der wurde erst durch Alessandro Pasqualini bei der Neugestaltung der Stadt 1547 geschaffen und befindet sich bis heute am gleichen Ort.   

Seit dem Mittelalter wurden die Märkte vom Landesherren mit besonderen Privilegien ausgestattet. Das war auch in Jülich so, wo es seit 1567 Belege für insgesamt fünf überregionale Märkte gab. Aber auch ein erster Wochenmarkt wurde in diesem Jahr erstmals vom Herzog verliehen und auf den Samstag gelegt (Abb. 1). 

Wochenmärkte unterscheiden sich von den Jahrmärkten vor allem durch ihren Einzugsbereich und die Art der angebotenen Waren. Lieferanten für die Wochenmärkte waren Landwirte der Umgebung aber auch aus den Niederlanden und aus dem Gebiet des Kurfürstentums Köln. Es wurde an den Wochenmärkten neben frischem Gemüse auch Butter, Eier, Geflügel, Speck, Schinken und Landkäse angeboten. Dazu kam Mehl aller Art, aus den Niederlanden Fisch und Käse, Zucker, Kaffee – sogar Hopfen für die zahlreichen Brauereien in Jülich wurde angeboten.

Nachdem Jülich zur Garnison erhoben wurde wuchs der Bedarf an Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs weiter an. 1715 wurde der Mittwoch als zweiter Markttag genehmigt. Die Zahl der Konsumenten nahm weiter zu: durch Militär und dessen Familien, durch fremde Schüler des Gymnasiums, durch die vielen Ordensleute in den Klöstern der Stadt. Aber auch die die zahlreichen Beamten z.B. des Haupt- und Kriminalgerichtes des Herzogtums und später der Kreisverwaltung ließen den Bedarf wachsen. Ein großer Teil der Einwohner hatte keinen Landbesitz und war deshalb auf die Versorgung durch Einkäufe angewiesen. 1761 wurden schließlich durch ein Mandat des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz drei Markttage verliehen, die dienstags, donnerstags und samstags stattfanden (Abb. 2). 

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs konnte der Wochenmarkt erst ab 1950 wieder auf dem Marktplatz stattfinden.

Abb. 1: Ältestes Marktprivileg von Jülich aus dem Jahr 1567: Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg erlaubt der Stadt „einen Wochen Marckt alle freitags zu halten“ 

(c) Stadtarchiv Jülich, Bestand I,       Bund 35-1

Abb. 2: Kurfürst Karl Theodor verordnet am 20. Mai 1761, dass „in dahießiger Haubt-Stadt Gülich auf dem Stadt-Marckt in der Woche drey öffentliche Markt-Täge, worzu Wir den Dienstag, donners-Tag, undt Sambst-tag […] ausgesehen“ abgehalten werden dürfen 

(c) Stadtarchiv Jülich, Bestand I,       Bund 35-15

Abb. 3: Der Wochenmarkt in den 1920er Jahren.

(c) Stadtarchiv Jülich

Abb. 4: Wochenmarkt gegenüber der Jesuitenkirche auf dem Marktplatz, 1930er Jahre (Foto: privat).

(c) Stadtarchiv Jülich

Abb. 5: Die Marktbeschicker-Familie Emmerich aus Pattern hatte seit 1953 ein Stand auf dem Jülicher Wochenmarkt, Foto um 1980 

(c) Stadtarchiv Jülich

Abb. 6: Blick aus den Fenstern des Café Liebevoll auf Propsteikirche und Kirchvorplatz mit Wochenmarkt, um 1975 

(c) Stadtarchiv Jülich, Bestand 015,      Nr. 43

Alle Fotos und Text (c) Stadtarchiv Jülich

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